Plöner Neustadt

- unter Hans Adolf -

Die Gründung der Plöner Neustadt erfolgte unter dem Herzog Hans Adolf. Das hatte vor allem wirtschaftliche Gründe. Man wollte hier Handwerker ansiedeln, die man auch unter den hier im Norden Asyl suchenden Calvinisten suchte. So entstand die Plöner Neustadt mit der Johannisstrasse als Hauptachse. Die Neustadt war selbständig und hatte einen eigenen Bürgermeister. Erst 1847 wurde die Neustadt mit der Altstadt vereint. Die Kirchengemeinden wurden erst 1936 vereint.


Johanniskirche

Der berühmte Schweizer Baumeister Stäheli baute 1685 die Johanniskirche. Das ist das Geburtsjahr von Johann Sebastian Bach und Georg Friedrich Händel. Hans Adolf erbaute 1691 auch die Nikolei-Kirche neu und baute noch eine dritte Kirche in Ahrensbök.

Die Glocke von 1738 ist ein Geschenk Friedrich Carls und Christine Armgards. Die Wetterfahne zeigt die Buchstaben „J A D S“ (Johann Adolf, Dorothea Sophie).

Die kleine Kirche misst 9 mal 18 m und hat 127 Sitzplätze. Zum Vergleich hat die Nikolei-Kirche 550 Sitzplätze.


1850 wird die Innenausstattung gotisiert. Die Holzausstattung wurde mit Ranken, Spitzbögen und Schnitzarbeiten ergänzt. 1861 werden die Fenster gotisiert.

Der Altar der Kirche ist nach Osten ausgerichtet. Die zwei Emporen innen sind mit der nordischen Petrolfarbe grünblau ausgemalt. Das findet man oft in Norddeutschland. So in vielen alten Gaststätten. Dazu kommt Rot als Akzentfarbe, früher Ochsenblut.

Hinten in der Kirche sind die Kutscher-Kammern. Ein Dutzend Diener und Kutscher hatten Platz. Heute sind dort der Küster-Raum und die Elektrik.

Das Bild Hans Adolfs ist eine Kopie eines Muchelner Künstlers. Das Original befindet sich in Nationalgalerie in Kopenhagen.

Sechs dreiarmige Blaker aus Messing schmücken die Wände. Gestiftet sind sie von der Deutschen Kaiserin Auguste Viktoria zum Gedenken an die Ausbildung ihrer 6 Söhne von 1896 bis 1910. Der erste Blaker erinnert an Kronprinz Wilhelm. Kleinere Blaker sind Geschenke von Verwandten der Hohenzollern.

Die Bänke rechts und links sind unterschiedlich hoch: Die Männerseite ist 4 cm höher. Die Kirchenstühle konnte man mieten. Es standen Namen an den Plätzen. Die Reihen wurden mit einem Schloss abgeschlossen.

Der Altar enthält eine 160 Jahre alte Marcussen-Orgel aus Apenrade in Dänemark mit Orgelpfeifen.

Die Akantus-Barock-Taufe ist eine Mecklenburger Holz-Schnitzerei.


Grabplatte des „Schwarzen Trompeters“

In der Kirche zu sehen ist die Kopie der Grabplatte aus hartem Stein. Das Original ist aus Muschelsandstein und steht im Freien an der Mauer.

Der berühmte „Schwarze Trompeter“ stand als Hof- und Feldtrompeter in Diensten des Herzogs Hans Adolf. Er spielte Kirchenmusik und auch Tanzmusik. Im Winter rettete er zwei Jungs vor dem Ertrinken, darunter auch den Sohn des Bürgermeisters Radelev. Dadurch lernt er bald auch die Bürgermeister-Tochter Gertrud kennen.

Für seine Hochzeit mit Gertrud 1684 bekam der Schwarze Trompeter eine Mitgift von seinem Ziehvater Graf Bertram Rantzau zu Ascheberg. Die Heirat fand in Kiel in der Johann Gottliebs Taufkirche statt.

Johann Gottlieb verstarb 1690 und hinterließ zwei Söhne und eine Tochter. Ein weiteres Grab gehört der Familie von Rosen.